Seniorenbetreuung Basel


enjoy aging
Seniorenbetreuung Basel
061 225 42 42
info@24seniorcare.eu

Altersarmut Schweiz

Die Altersarmut ist real

Die zukünftige Rente ist so ein Thema, welches man gerne auf die lange Bank schiebt. Den wenigsten ist wirklich klar, was passiert, wenn an den verschiedenen "Rädchen" wie Zinsen, Durchschnittsrendite, Teuerung, Umwandlungssatz, längere Lebensarbeitszeit, höhere Rentenabzüge gedreht wird. Zinsen und die Durchschnittsrendite sind von makroökonomischen Umständen gegeben. Zur Zeit sind beide seit Jahren weit weg vom jahrzehntelangen Durchschnitt von 4 % und stecken bei unter 1 % fest. Auch die Teuerung können wir kaum beeinflussen. Da diese jedoch höher als 1 % ist, nimmt das reale Kapital jedes Jahr ab.

Die Politik versucht an den beeinflussbaren Rädchen zu drehen: Umwandlungssatz, längere Lebensarbeitszeit, höhere Rentenabzüge etc., um die Renten für die immer grössere Anzahl Rentner im Vergleich zu der arbeitenden Bevölkerung auszugleichen. Die Rechnung geht aber für beide Gruppen, der arbeitenden Bevölkerung und die Rentner, nicht mehr auf. Während die ersteren von höheren Lebenshaltungskosten (Krankenkassenprämien und höhere Mieten in städtischen Gebieten) und drohenden längeren Lebensarbeitszeiten gebeutelt werden, erhalten die Rentner real immer weniger Geld.

Da ging es unseren Eltern wesentlich besser. Diese profitierten nämlich von der hohen Verzinsungen des Rentenkapitals, was über die Lebensarbeitszeit zu einer Verdoppelung des Rentenkapitals führen konnte. Die Teuerung war niedriger als die Zinsen und die Umwandlungssätze höher. In der Summe blieb real wesentlich mehr Geld übrig, als dies heute und in der Zukunft der Fall sein wird. Meist konnten sich die Leute noch eine eigene Immobilie anlegen oder in Wertschriten investieren und diese im Alter teuer verkaufen, was auch zu viel höherer Kapitalbildung führte. Dies ist heute bei eklatant hohen Land- und Liegenschaftspreisen und schwachen Wertschriftenrenditen kaum mehr möglich.

Die kürzlich verlorene Abstimmung über das Rentensystem in der Schweiz hat die Unfähigkeit und Mutlosigkeit der Politik klar aufgezeigt, Wesentliches an der Situation zu ändern. Das Volk hat gut abgestimmt und mitgeteilt, dass es so nicht mehr weiter geht. Verlangt wird ein radikal neues System. Woher dieses kommen soll steht allerdings in den Sternen. Weder Befürworter noch Gegner können tiefgreifende Vorschläge vorlegen. Das Thema ist äusserst komplex und die meisten westlichen Staaten sind gefangen in der tiefen Zinslandschaft, hoher Verschuldung und Kapitalverzehr. Profiteure der Situation sind allerdings die Staaten, Firmen und Körperschaften mit hoher Verschuldung, da der Schuldendienst mit tiefen Zinsen zu managen ist. All dies schulden wir der überbordenden Konsumgesellschaft auf Pump zu Lasten der heranwachsenden Bevölkerung.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die nächste Rentenreform dies berücksichtigt. Soll verhindert werden, dass uns die Altersarmut droht, muss die Diskussion ohne ideologische Scheuklappen geführt werden.

Falls dem Souverän in der nächsten Rentenreform der grosse Wurf gelingt, ist es jedoch für die jetzigen Senioren zu spät. Diese werden nämlich kaum in den Genuss von höheren realen Renten kommen.

Als möglichen Weg, um die Situation für sich persönlich grundlegend zu ändern, könnte man das Wohnen im Ausland in Betracht ziehen. Hierzu haben wir schon verschiedene Artikel in unserem Blog publiziert.